Über sich selbst lachen können als achtsame Selbstfürsorge
- 2. Feb.
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Hin und wieder muss ich darüber schmunzeln, was in meinem Inneren so alles vor sich geht. Wenn wir einmal anfangen, unsere Gedanken achtsam zu beobachten, nehmen wir erst bewusst wahr, was es da den ganzen Tag so "vor sich hin denkt". Da sind Gedanken an die Vergangenheit "Das war so unangenehm, als ich letztens in der Meditationsgruppe einen Hustenanfall bekommen habe" oder Gedanken an die Zukunft "Wie wohl die Präsentation morgen wird, ich hoffe, dass ich alle Fragen beantworten kann".
Die meisten unserer Gedanken sind tatsächlich unbewusst und nicht unbedingt die Positivsten. Wir machen uns Sorgen über die Zukunft oder Grübeln über Vergangenes nach. Wir können uns auch Dinge vorstellen, die so nie passiert sind und auch nie passieren werden - unser Kopf ist da manchmal sehr kreativ.
Wenn wir achtsam hinschauen, können wir einiges über die verschiedenen Anteile in uns herausfinden. Da ist zum Beispiel die kleine Perfektionistin, die mit dem Ergebnis ihres Textes nicht zufrieden ist oder der Nörgler, der sich über die Menschen ärgert, die sich an der Supermarktkasse vordrängen.
Ich habe bewusst begonnen, diese Anteile zu sehen und sie zu benennen, und nicht mehr zu sagen "ich denke" oder "ich bin so und so". Das Ich ist nämlich so viel mehr - es ist die Summe von allen unseren Anteilen und gleichzeitig das, was einfach nur ist und beobachtet - das Bewusstsein.
Wenn wir uns nicht mehr so stark mit unseren Gedanken identifizieren und stattdessen eine beobachtende Haltung einnehmen, hilft uns das, aus Gedankenspiralen auszusteigen. Wir können unsere verschiedenen inneren Anteile dann liebevoll betrachten, können vielleicht besser nachvollziehen, wo sie herkommen ("Aha, das hat mein Papa auch immer so gesagt") und können auch mit Humor darauf schauen, was "es hier alles so denkt".
Diesen inneren Abstand zu gewinnen finde ich extrem hilfreich für die achtsame Selbstfürsorge, denn es hilft uns, uns selbst nicht zu ernst zu nehmen, und es hilft uns auch, selbst zu entscheiden, mit welchem unserer Anteile wir gerade mehr oder weniger Zeit verbringen möchten. Wenn der Nörgler gerade nörgeln will, dann lassen wir ihn das mit einem kleinen Schmunzeln tun, und entscheiden uns dann aber bewusst wieder dazu, auch Zeit mit der inneren Optimistin oder unserem verspielten Anteil zu verbringen. Alle Anteile dürfen sein, aber wir können entscheiden, welchem davon wir wie viel Platz einräumen wollen.
Eine gute Portion Humor finde ich beim Achtsamkeitstraining generell sehr wichtig. Manchmal wirken Achtsamkeitsübungen und Meditationen durch diese stille Präsenz sehr ernst und das darf es auch durchaus sein. Aber wir müssen das alles und auch uns selbst nicht all zu ernst nehmen. Das Leben darf lustig und freudvoll sein, und letztendlich entspannt uns selten etwas so gut, wie ein schönes, herzhaftes Lachen.




